Twitter Lists – Eine Einführung

30. October, 2009 · 1 Kommentar

Twitter List - Wer sich einloggt kanns nicht übersehenSeit heute hat Twitter für die Mehrheit der Nutzer das Listen-Featuren freigeschaltet. Die Listen sollen dazu dienen, die eigenen Follower zu ordnen und so Spam und Noise zu bekämpfen. Man kann wahlweise private oder öffentliche Listen erstellen, die dementsprechend für andere sichtbar sind oder eben auch nicht. Das tolle an öffentlichen Listen ist, dass andere Nutzer diesen Listen wiederum folgen können. Hört sich nach Chaos an. Daher will ich kurz die wichtigsten Infos zu den Listen zusammenfassen, damit der Einstieg leichter fällt.

Was genau ist eine Twitter Liste?

Technisch gesehen, ist eine Twitter Liste ein neues Newsfeed. Bisher hatte jeder Benutzer ein eigenes Newsfeed, also die chronologische Auflistung der Tweets, welche man sieht, wenn man sich bei Twitter einloggt. Dort landen dann alle Nachrichten der Personen, denen der Benutzer folgt. Mit den Listen kann man nun weitere Newsfeed anlegen. Pro Twitter Account können 20 Listen erstellt werden. Jeder Liste fügt man dann Personen hinzu, die darin auftauchen sollen. Das Listen Feature ist somit für Benutzer besonders sinnvoll, die sehr vielen Leuten folgen – es gibt ja viele Benutzer die tausenden Leuten folgen, was dazu führt, dass neue Nachrichten im Sekundentakt eintrudeln und man gar nicht mehr alles lesen kann. Die Listen ermöglichen nun, die wichtigsten Twitterer herauszufiltern und so deren Tweets nicht mehr in der Noise untergehen zu lassen.

Wo findet man die Listen?

Twitter Lists: Listen erscheinen im rechten Rand (hier bei TechCrunch)Besucht man das Profil eines anderen Benutzers, findet man nun in der rechten Spalten die öffentlichen Listen dieses Benutzers. Der Screenshot zeigt zum Beispiel das Profil von TechCrunch – dort findet man zu diesem Zeitpunkt 5 Listen: “facebook”, “technews”, “microsoft”, “venture-capitalists” und “team”.

Anwendungsmöglichkeiten für Listen

TechCrunch benutzt die Listen aktuell für folgende Zwecke:

  • Wichtige Twitterer, die in einem bestimmten redaktionellen Kontext stehen (zB “Facebook”), werden in einer entsprechenden Liste zusammengefasst, um so keine Nachrichten zu dem Thema zu verpassen.
  • Promotion der eigenen Mitarbeiter Tweets. Unter der Liste “team” sind alle TechCrunch Autoren zusammengefasst und man kann dort lesen, was sie außerhalb ihrer Tweets unter dem @techcrunch Account schreiben.

Darüber hinaus wären noch folgende Anwendungsszenarien denkbar:

  • Honorierung von wichtigen Personen (“Top Entrepreneurs to follow”).
  • Werbeplattform – wer es schafft eine Liste zu erstellen, die selbst viele Follower bekommt, könnte gegen Geld den Werbetreibenden in die Liste aufnehmen. Die Follower der Liste sehen somit die Tweets des Werbetreibenden.
  • Empfehlungen zu andere Personen, wie sie bei Blogs u.A. als BlogRolls bekannt sind.
  • Große Seiten, wie die FAZ oder Google, können so verschiedene Twitter Accounts an einer Stelle bündeln und bekommen so eine zentrale Anlaufstelle. So bieten zum Beispiel viele Zeitungen eigene Twitter Accounts für die jeweiligen Ressorts. Mit den Listen kann der Hauptaccount jetzt eleganter auf die Unteraccounts (die Ressorts) verweisen.
  • Sortierung der Twitterer nach Sprache, also eine Liste für alle englisch sprachigen Nutzer und eine für die deutschen.

Eine Liste erstellen

Twitter Listen: Neue Liste erstellenNeue Listen kann man auf zwei verschiedenen Wegen erstellen:

  • In der rechten Spalte der Twitter Startseite (man muss eingeloggt sein) – wie in dem Screenshot rechts zu sehen ist.
  • In einem neuen DropDown innerhalb der Kontaktlisten (siehe zweiten Screenshot). Das DropDown ist auch auf dem Profil anderer Benutzer zu finden.

Twitter Lists: Das neue Drop Down Menu

Klickt man nun auf “New list” erscheint ein Popup mit einem sehr reduzierten und einfachen Formular, wie man es von Twitter gewohnt ist:
Twitter List: Neue Liste erstellen (Formular)
Da kann man ja nicht viel falsch machen :).

URLs der Listen

Öffentliche Liste lassen sich sehr einfach über die eigene Benutzer-URL abrufen. Wenn ich eine Liste namens “Tolle Leute” erstelle, ist sie fortan unter http://twitter.com/jhmjacob/tolle-leute zu finden. Sehr praktisch!

Eine Liste füllen

Twitter List: Benutzer hinzufügenÖffnet man eine neuerstellte Liste, bietet Twitter direkt an, nach Benutzern zu suchen um diese der Liste hinzufügen. Allerdings geht das auf einem anderen Weg unter Umständen einfacher: Öffnet man seine Friends bzw. Follower Liste ist wieder das zuvor erwähnte DropDown Menu zu finden und man kann mittels wenigen Klicks den Twitterer zu ein oder mehreren Listen hinzufügen. Man erkennt dabei private Listen anhand eines kleinen grauen Schlosses (s. Screenshot) neben dem Listennamen.

Wenn man beim Rumsurfen einen interessanten Twitterer findet, kann man ihn auch direkt auf seinem Profil zu einer Liste hinzufügen. Einfach wieder auf das DropDown klicken (welches überhalb der Tweets zu finden ist).

Eine Liste anschauen

Wenn man sich nun eine Liste anschaut, sieht man die Tweets der darin beinhalteten Benutzer. Wer sich sowas mal anschauen möchte, kann ja mal bei @techcrunch/team reinschauen. Außerdem findet man in der rechten Spalte Statistiken zu der Liste. Wie schon bei Benutzerprofilen, kann man auch bei den Listen sehen, wieviele Leute gefollowed werden und wie viele Leute der Liste folgen.

Benutzer aus einer Liste löschen

Will man einen Nutzer wieder aus einer Liste entfernen, geht das leider nicht in der Liste selbst. Dazu muss man nämlich auf das Profil des Benutzers gehen und dort kann man in dem Drop Down das Häckchen bei der entsprechenden Liste entfernen.

Fremde Listen abonnieren

Twitter Listen: Externe Listen werden in der rechten Spalte angezeigtWie schon erwähnt, kann man öffentlichen Listen von anderen Benutzern folgen. Auf dem eigenen Profil wird nicht angezeigt, welchen “externen” Listen man folgt. Aber man wird als Follower der Liste aufgeführt.

Man findet die abonnierten Listen ganz einfach auf der Twitter Startseite, dort werden sie in der rechten Spalte unterhalb der eigenen Listen angezeigt (siehe Screenshot).

Somit ist es ab jetzt sehr einfach, bestimmte Themen-Listen zu abonnieren und so am Ball zu bleiben, ohne dazu die darin beinhalteten Twitterer einzelnen folgen zu müßen. Außerdem werden die Tweets dieser externen Listen auch nicht in das eigene Newsfeed eingemischt. Man bekommt die Tweets der Liste nur angezeigt, wenn man explizit auf die Liste klickt.

Neues Maß der Beliebtheit / Authority

Die Statistiken zu TechCrunch zeigen, dass das IT Blog eine hohe Authorität hatAuf den Benutzerprofilen findet sich nun ein neuer Zähler. Neben Followers und Friends zeigt Twitter jetzt auch an, in wie vielen Listen der Benutzer verlinkt ist. Prinzipiell ist dieser Wert also künftig der beste Anhaltspunkt um herauszufinden wie bedeutend die Person ist. Früher konnte man das einmal anhand der Followerzahlen erkennen, da es aber viele Benutzer gibt, die diese Zahlen künstlich in die Höhe treiben, sagen sie eigentlich gar nichts mehr aus. So gibt es Benutzer mit 200.000 Followern, die absolut nichts zu erzählen haben. Aber wahrscheinlich wird es nur eine der Frage sein, bis die Spammer anfangen sich gegenseitig in Listen hinzuzufügen um so den eigenen “Listed”-Counter in die Höhe zu treiben.

Eine Liste löschen

Die Löschfunktion der Listen ist aktuell noch etwas versteckt. Man muss dazu auf die Listenseite gehen – dort findet man dann den Delete-Link in der rechten oberen Ecke (unterhalb des eigenen Avatars). Dort findet man im übrigen auch den Edit-Link, mit dessen Hilfe man den Namen einer Gruppe nachträglich ändern kann.

Links zum Thema

Ihren XING-Kontakten zeigen Artikel bei Xing veröffentlichen
Kategorie:Guide · Neues aus dem Netz · Tutorial · Twitter
Tags: · · · ·

Vorheriger Eintrag: Nächster Eintrag:

  • http://www.webdesign-billi.de/ Billi

    Bisher habe ich Twitter noch nicht gentzt 🙁
    Die Listenfunktion finde ich gut, das könnte mich überzeuge, jetzt Twitter auch zu nutzen. Und du hast es leicht verständlich beschrieben!

meet me in the interwebs
Kaffee-Kasse
Flattr ist ein sehr gut gemachter Micropayment Dienst, der es endlich ermöglicht auf faire Weise Geld zu spenden und einzunehmen.